Goldwaschkurs 25.06.2017

Gold waschen mal ganz exklusiv

Ich hatte es schon geahnt. Obwohl sich für den Sonntag ein Dutzend Teilnehmer angemeldet hatten, war letztlich nur ein Pärchen gekommen. Und das, obwohl der Wetterbericht einen superschönen Sommertag angekündigt hatte. Weshalb die übrigen unentschuldigt fernblieben, ist mir schleierhaft. Dafür hatte das junge Paar aus Stuttgart einen Exklusiv-Goldwaschkurs. Ganz für sich alleine. Und durfte letztlich natürlich auch wunderschöne Goldfunde mit nach Hause nehmen.

Für diesen Goldwaschtag hatte ich einen unter Goldsuchern beliebten Waschplatz südlich von Bad Bellingen ausgesucht, den die Profis als „km 179“ oder „Isteiner Klotz“ bezeichnen. Er liegt wenige Kilometer vom Kurort entfernt; das letzte Stück vom Waldparkplatz bis zum Ufer überbrückte ich mit Erzählungen übers Goldwaschen. Am Ufer angekommen, waren bereits zwei Frauen mit großem Elan beim Goldwaschen. Sie stammten offenbar aus der Umgebung.

Bevor meine Teilnehmer ihr erstes Gold in der Pfanne entdeckten, erklärte ich beiden erst einmal die wichtigsten Grundlagen der Goldwäscherei, führte ihnen den kompletten Waschvorgang vor – und hatte nichts außer Sand in der Pfanne. So ein Pech! Offenbar hatte ich an der falschen Stelle nach dem gelben Metall gegraben. Also wiederholte ich die Prozedur an einer anderen Stelle, grub wieder Sand und Kies aus. Wieder nichts! Dann endlich: das erste Goldstückchen. Es war allerdings winzig, winzig klein. Peinlich!

Inzwischen war ein befreundeter Goldsucher mit seiner Familie bei uns eingetroffen. Gemeinsam mit seinem Töchterchen buddelte er nur wenige Meter entfernt von uns und holte den Sand aus einem knietiefen Loch heraus. Fünf Goldflitterchen hatte er in der ersten Pfanne. Da wurde mir klar, die Oberflächen, an denen ich grub, waren von anderen Schürfern mit taubem Material „verseucht“. Also entschied ich mich ebenfalls für eines der vorgegrabenen tieferen Löcher. Und siehe da, erste größere Goldflitterchen glänzten uns entgegen. Ich beschloss, an dieser erfolgreichen weiterzugraben. Das sollte sich bezahlt machen.

Unterdessen führte ich das Goldwäscherpärchen tiefer in die Geheimnisse richtigen Goldwaschens ein, schaufelte den beiden eine Pfanne nach der anderen voll, damit sie die richtigen Schwenkbewegungen einüben konnten. Von Mal zu Mal wurden sie immer besser.

Nach der kurzen Mittagspause unter schattenspendenden Bäumen wurde die Waschrinne in die Strömung gelegt. Von nun an sollte die Goldausbeute gesteigert werden. Während ich an der bewährten Stelle den Sand ausgrub und vorsiebte, transportierte der junge Mann das Material zur Waschrinne, wo seine Freundin ihn langsam in die Waschrinne rieseln ließ. Die Belohnung zeigte sich am Tagesende beim Reinwaschen, dem „clean out“. Jede Menge schwarzen Sandes hatte sich in der Waschrinne verfangen – und zahllose goldgelbe Flitterchen. Pures Rheingold!

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